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Stormarner Archive

Stormarner Archive

Stormarner Archive

Das Landesarchivgesetz vom 11.08.1992 gab den öffentlichen Archiven in Schleswig-Holstein erstmals eine umfassende gesetzliche Grundlage, die sie nicht nur zur Rechtssicherung und Verwaltungskontinuität verpflichtete, sondern auch als moderne Dienstleistungsunternehmen für Forschung, historische Bildungsarbeit und Kulturpflege auswies.

Am 1.1.2000 trat mit dem § 15 die sogenannte Kommunalklausel in Kraft, die die Einrichtung von Archiven in Städten, Ämtern und Gemeinden zur kommunalen Pflichtaufgabe erhob. Nun wurden auch in mehreren Gemeinden und Ämtern des Kreises Stormarn neue Archive aufgebaut und hauptamtliche Arbeitskräfte eingestellt. Diese Entwicklung kennzeichnete nahezu das Ende eine langen Tradition: Seit 1924 waren im Kreis ehrenamtliche Archivpfleger für einzelne sogenannte Archivsprengel eingesetzt, die auf ihren Jahrestreffen von Archivaren des Staatsarchivs in Kiel, des späteren Landesarchivs Schleswig-Holsteins in Schleswig, beraten worden waren. Meist waren es Lehrer wie Walter Frahm, der erste Archivpfleger im Kreis Stormarn, und Martin Wulf oder Pastoren wie Wilhelm Jensen aus Wandsbek oder Martin Clasen aus Reinfeld, die sich auch als Heimatforscher betätigten. Ihr Anliegen war weniger die kontinuierliche Sicherung der Überlieferung der öffentlichen Verwaltungen und der Aufbau eines Kommunalarchivs, eher sind sie als Sammler von Schriftgut jeglicher Art, Karten und Fotografien einzustufen.

Nach der Zäsur des Zweiten Weltkriegs wurden ab 1948 die Archivsprengel neu verteilt und die Tradition der Jahrestagungen wieder aufgenommen. Seit Ende der 1980er Jahre erfolgte ein erster Generationenwechsel in den bestehenden Archiven: Die ehrenamtlichen Archivpfleger wurden z.T. durch hauptamtliche wissenschaftliche Kräfte abgelöst, die auch weitere Verwaltungsaufgaben übernahmen.

Aus: Günther, Barbara: Stormarn, Geschichte. In: Stormarn-Lexikon. hrsg. von B. Günther. Wachholtz: Neumünster 2003. S. 39.