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Constantin Bock von Wülfingen

Landrat Bock von Wülflingen

Constantin Bock von Wülfingen

Bock v. Wülfingen, Constantin; auch Konstantin
(* 11.8.1885 in Grimma, † 1.1.1954 in Bockerode)
Jurist, Landrat

Bock v. Wülfingen kam 1911 nach seiner Promotion als Jurist an die Regierung in Schleswig und wurde als Assessor beim Kreis Steinburg in Itzehoe eingesetzt. Nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte seine Versetzung an das Oberpräsidium in Kiel, wo er den Polizeipräsidenten vertrat und nach seiner Beteiligung am Kapp-Putsch kurzfristig nach Koblenz versetzt wurde. Ab 1921 war Bock v. Wülfingen als Jurist im Landesfinanzamt in Kiel tätig.

Am 12.4.1933 wurde er zum Landrat des Kreises Stormarn ernannt. In seine Amtszeit fiel die Auflösung des Kreistages als kommunales Selbstverwaltungsorgan. Obwohl NSDAP- und SA-Mitglied, vertrat er die Belange des Kreises gegenüber der NSDAP-Kreisleitung (Friedrich). In seiner Denkschrift über die Struktur des Kreises (1936) beschrieb er den Süden des Kreises als wirtschaftsstarke und bevölkerungsreiche Vorortzone zur Großstadt Hamburg und sprach sich gegen eine Verlegung des Landratssitzes von Wandsbek nach Bad Oldesloe aus.

Mit Walter Frahm gab Bock v. Wülfingen den Sammelband "Stormarn. Der Lebensraum zwischen Hamburg und Lübeck. Eine Landes- und Volkskunde" (Heimatforschung) heraus.

Inwieweit Differenzen mit der Kreisleitung eine Rolle für seine Amtsenthebung zum 30.12.1936 spielten, kann nicht eindeutig beantwortet werden. 1937 kam Bock v. Wülfingen in den Hamburger Verwaltungsdienst und 1938 als Vize-Regierungspräsident in die Staatsverwaltung des Reichsstatthalters, wo er u.a. an der Umsetzung des Groß-Hamburg-Gesetzes mitarbeitete. Parallel dazu trat er in die SS ein und wurde später zum SS-Obersturmbannführer ernannt.

BG

Literatur:

Bock von Wülfingen, Constantin und Frahm, Walter: Stormarn. Der Lebensraum zwischen Hamburg und Lübeck. Eine Landes- und Volkskunde. Wandsbek 1935

Stormarn (1938). - Konstantin (!) Bock v. Wülfingen: Denkschrift über die Struktur des Kreises Stormarn und die dadurch bedingten Verwaltungsaufgaben. Wandsbek 1936.