Home | Sitemap | Kontakt
 

Rolf Breusing

Landrat Breusing

Rolf Breusing

Breusing, Rolf Karl Heinrich
(* 26.7.1910 in Köln, † 16.11.2004 in ???)
Jurist, Landrat

Breusing, dessen Vater Hugo B. Landrichter war, begann seine Karriere im Mai 1932 nach bestandener erster juristischer Staatsprüfung als Gerichtsreferendar, dann Regierungsreferendar im Regierungspräsidium in Köln.

Nach der großen Verwaltungsstaatsprüfung (7. Mai 1936) besetzte Breusing verschiedene Posten als Regierungsassessor in Nauen bei Berlin, dann Eutin, im Stadtpräsidium Berlin und im Reichsinnenministerium. Breusing galt bei seinen Vorgesetzten als kompetenter Verwaltungsfachmann und tat sich auch im Kriegsverwaltungsrat "im Westen" hervor.

Obwohl schon im Mai 1940 als Landrat für Stormarn vorgesehen, wurde er bis September von der Militärverwaltung als Kriegsverwaltungsrat eingesetzt und übernahm dann kommissarisch die Amtsgeschäfte des Landrats. Zum 1. Juni 1941 wurde Breusing der letzte ernannte Landrat Stormarns (Wandsbek), blieb dies jedoch nur bis August 1942, als er nach Auseinandersetzungen mit dem NSDAP-Kreisleiter Friedrich nicht als unabkömmlich und daher wieder in den Heeresdienst berufen wurde.

Über seine Amtsgeschäfte und sein Wirken in Stormarn ist nichts genaueres bekannt, außer einer Beschwerde über die willkürliche Entlassung eines Mitarbeiters des Deutschen Roten Kreuzes. Diese nahm Breusing jedoch als DRK-Oberfeldführer vor und wurde daher von den Vorgesetzten in der Verwaltung nicht weiter bearbeitet.

Die politische Gesinnung Breusings ist als ambivalent zu bezeichnen. Obwohl er schon früh der NSDAP (Dezember 1930) und der SS (März 1933) beitrat, fiel Breusing nicht als politisch engagierter, sondern als fachlich kompetenter Verwaltungsmitarbeiter auf. Vielmehr habe er versucht, "durch die Zugehörigkeit zu dieser Organisation dem ihm lästig werdenden Parteibetrieb zu entgehen". So jedenfalls wurde sein Wirken im Entnazifizierungsverfahren beurteilt.

Als Mitglied der Infanterie der Wehrmacht stieg Breusing bis zum Leutnant auf und erhielt das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern und das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Breusing bis 1948 in Neuengamme inhaftiert. Nach seinem Entnazifizierungsverfahren lebte in Hamburg, war verheiratet, hatte drei Kindern, und bemühte sich um eine Wiedereinstellung in den Verwaltungsdienst.