Home | Sitemap | Kontakt
 

Detlev von Bülow

Landrat von Bülow

Detlev von Bülow

Bülow, Detlev Wilhelm Theodor von
(* 16.4.1854 in Schwerin, † 11.2.1926 in Bad Wildungen)
Jurist, Landrat, Oberpräsident der Provinz Schleswig-Holstein und Mitglied des preußischen Landtags

Bülow gehörte dem mecklenburgischen und schleswig-holsteinischen Adel an. Sein Vater, Friedrich Gustav von Bülow, war großherzoglich mecklenburgischer Kammerherr und Gutsbesitzer auf Bothkamp und Bossee, seine Mutter Thekla Gräfin von Holstein.

Schon in jungen Jahren war Detlev von Bülow öfter krank. So war seine Ausbildung am Gymnasium in Flensburg von Herbst 1868 bis 1875 wiederholt durch Diphtherie unterbrochen. Im Anschluss begab sich Bülow in Kuraufenthalte, bis er am 21. Oktober 1875 mit dem Studium der Rechtswissenschaften begann, zunächst in Bonn, später auch in Leipzig, Kiel und Berlin, wo er am 17. Mai 1879 die erste Juristische Prüfung ablegte.

Nach zweijähriger Tätigkeit als Gerichtsreferendar am königlichen Appellationsgericht und am Oberlandesgericht in Frankfurt a.M. wechselte Bülow 1881 in den allgemeinen Verwaltungsdienst und wurde Regierungsreferendar in Potsdam. Trotz der immer wiederkehrenden Krankheit machte Bülow Karriere im Verwaltungsdienst. Im Oktober 1885 zum Regierungsassessor ernannt, kam Bülow zunächst nach Schleswig und war dann verschiedentlich, auch in Vertretung seines älteren Bruders, Cai Friedrich Gustav von Bülow, des Landrats des Kreises Eckernförde, tätig.

So konnte Bülow schon einige Erfahrung in der Verwaltung eines Landkreises mitbringen, als er im Mai 1887, vorerst kommissarisch, die Geschäfte im Landkreis Stormarn übernahm. Am 20. Oktober wurde er dann regulär zum königlichen Landrat ernannt.

Als Stormarner Landrat machte Bülow mehrfach darauf aufmerksam, dass der Kreis mit einer Einwohnerzahl von ca. 80.000, einer größeren Verwaltung bedürfe. Viel mehr als das Alltagsgeschäft war für Bülow auch nicht möglich. Durch sein ganzes Leben zieht sich die schwache körperliche Verfassung, die ihn mehrfach zu Kuraufenthalten zwingt und schließlich auch für seinen Abschied aus dem Amt im Mai 1894 verantwortlich ist.

Hinzu kommt, dass er seit 1889 auch als freikonservativer Abgeordneter im Preußischen Landtag sitzt und infolgedessen mehrfach aus der Kreisstadt Wandsbek abwesend war.

Nach seinem Abschied zieht sich Bülow vorerst aus dem Staatsdienst zurück, um sich der Bewirtschaftung seines 1893 geerbten Fideikommissgutes Bossee bei Westensee zu widmen. Dennoch machte Bülow weiter Karriere im Staatsdienst. Am 20. Februar 1907 wurde er zum schleswig-holsteinischen Oberpräsidenten ernannt.

In dieser Zeit setzte er sich beispielsweise für die Errichtung einer Eiderbrücke bei Friedrichstadt ein. Doch wiederum sieben Jahre später reichte er am 30. September 1914 seinen Abschied aus gesundheitlichen Gründen ein. Jedoch gab es auch vage Gerüchte um Uneinigkeiten zwischen dem Oberpräsidenten und der preußischen Regierung.

Militärisch war Bülow nur soweit engagiert, wie es sein Stand verlangte. So diente er als einjähriger Freiwilliger während seines Studiums in Bonn beim Königs-Husaren-Regiment und wechselte später als Seconde-Lieutenant zum Husaren-Regiment Kaiser Franz Josef von Österreich, König von Ungarn in Schleswig-Holstein und erhielt die Landwehrdienstauszeichnung 2. Klasse.

Er war verheiratet mit Magna von Wedderkop, der Tochter des Kammerherrn Friedrich Ludwig Wilhelm von Wedderkop. Sie hatten der Kinder. Bülow war königlich preußischer Kammerherr, Wirklicher Geheimer Rat und seit 1905 Ehrenritter des Johanniterordens.