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Friedrich Knutzen

Landrat Knutzen

Friedrich Knutzen

Knutzen, Friedrich
(* 13.1.1881 in Gangerschild, † 11.5.1938 in Schopfheim)
Landrat

Knutzen begann 1896 eine Ausbildung zum Verwaltungsangestellten in Eckernförde; 1898-1910 arbeitete er, zuletzt als Stadtsekretär, in Eutin. 1910-1919 war er Gemeindevorsteher in Ahrensburg, ab 1911 auch Amtsvorsteher im Amtsbezirk Ahrensburg-Woldenhorn.

1912-1919 saß er im Stormarner Kreistag, später auch im Kreisausschuss und leitete im Ersten Weltkrieg die Kreisstelle für Lebensmittelversorgung. Während dieser Zeit bekam Knutzen Einblicke in die Belange des Kreises.

Im Aug. 1919 wurde er mit den Stimmen von DDP und DNVP (Parteien) der erste demokratisch gewählte, zunächst kommissarische Landrat Stormarns, außerdem der erste Landrat aus der mittleren Verwaltungslaufbahn.

Nach erneuter Bestätigung des Kreistages wurde er am 18.2.1920 als Landrat ernannt. 1919 trat Knutzen in die DDP ein und wurde Mitglied der Stormarnloge in Bad Oldesloe (Freimaurer).

Seine erste Bewährungsprobe hatte er im Kapp-Putsch, wo er besonnen reagierte. Weitere Schwerpunkte seiner Tätigkeit waren die Beseitigung der Folgen des Ersten Weltkriegs und der Inflation: v.a. Schaffung von Arbeitsplätzen, Bau von Wohnungen und Siedlungen, Förderung des Verkehrswesens u.a. durch Aufbau von Autobuslinien, Bau und Erweiterung kreiseigener Einrichtungen wie z.B. das Kreiskrankenhaus (Gesundheitswesen).

Aufgrund des Zustandes der Wandsbeker Dienstwohnung (Kreisverwaltung) erkrankte Knutzen, wie auch seine Familie, an Tuberkulose und musste mehrfach monatelang die Dienstgeschäfte übertragen, so auch 1927 während der Verhandlungen zum Unterelbegebietsgesetz.

Knutzen war ein ausgewiesener Kenner der Landesplanung im Hamburger Umland und brachte dies in seine "Denkschrift über die Wanderungs- und Siedlungsvorgänge im Unterelbegebiet" (1933, Müthling) ein.

Bereits 1932 bemühte sich eine Gruppe Stormarner Kreistagsabgeordneter des rechten Spektrums, Knutzen durch Reichskanzler Papen absetzen zu lassen. Erst nach der Machtergreifung der NSDAP (Nationalsozialismus) wurde er am 17.3.1933 seines Amtes enthoben und in den einstweiligen Ruhestand versetzt.

Obwohl von der NSDAP-Kreisleitung heftig angegriffen, erfolgte im Sept. 1933 auf Betreiben des Regierungspräsidenten Wallroth seine Versetzung an die Regierung in Schleswig als Referent für vorstädtische Kleinstadtsiedlungen im Unterelbegebiet. Die während seiner Stormarner Zeit erworbenen Kenntnisse von Groß-Hamburg waren für die Provinz Schleswig-Holstein wertvoll.

Versuche, ihn durch berufliche Angebote nach Hamburg zu holen, scheiterten. 1937 wurde Knutzen für zwei Jahre als Landesplaner zur Landesplanungsgesellschaft Schleswig-Holstein überstellt, um die Interessen Schleswig-Holsteins bei den Umsetzungen des Groß-Hamburg-Gesetzes zu vertreten. Er starb 1938 bei einem Kuraufenthalt.

BG Perrey, S. 187-299. - Hans Müthling,
Friedrich Knutzen. Landrat des Kreises Stormarn,
in: JbAV 1962, S. 66-71.